Ägypten hat gewählt. Auf dem Weg in die Demokratie fanden erstmals nach Jahrzehnten Parlamentswahlen in mehreren Etappen statt. Vor genau einem Jahr kam eine Bewegung ins Rollen, die das autoritäre Regime unter Staatschef Hosni Mubarak stürzte und den Aufbau demokratischer Strukturen forderte. Die Sozialen Netzwerke spielten bei dem Umsturz eine wesentliche Rolle.
Auf der re:publica 11 hatten wir Noha Atef, eine Aktivistin der ägyptischen Revolution der ersten Stunde, zu Gast. Die Journalistin und Menschenrechtlerin hielt einen beeindruckenden Vortrag zu den Protestbewegungen in ihrem Heimatland und der tragenden Rolle der Social Media. Ausgehend von der Frage „Did the use of Social Media paved the way to the revolution ?“ beschreibt sie die Dynamik der Proteste, die sich via Dokumentationen einzelner „mini-revolutions“ im Web zu einer Massenbewegung formierten. Die ersten Aufrufe zu Massenkundgebungen in Kairo auf Facebook und Twitter mobilisierten letztlich zehntausende Demonstranten und veränderten Ägypten drastisch.
Auch der arabische Journalist Zahi Alawi setzte sich in seinem Talk auf der re:publica 11 mit der Wechselwirkung einer sich wandelnden Medienlandschaft und der Demokratiebewegung der arabischen Welt auseinander. Als langjähriger Beobachter der arabischen Blogosphäre stellt er in seinem Talk “Facebook Revolution” die Entwicklung sozialer Medien, sowie ihren Einfluss auf den gesellschaftlichen Meinungswandel dar.
