Kontroverse Panels
Einer der wenigen Kritikpunkte an der letzten re:publica’07 war zuviel “Kuschel-Stimmung” bei den Panel-Diskussionen. Hier bemühen wir uns für die kommende Konferenz, mehr kontroverse Meinungen unterzubringen. Aber was soll ich sagen: Das ist gar nicht so einfach.
Nehmen wir z.B. die Qualitätsdebatte am Mittwoch Nachmittag. Wenn man sich die letzten Monate anschaut, hatten viele Menschen einiges an der Qualität von Blogs zu kritisieren und lobten die Qualität der “alten Medien”. Aber wenn man die oft zitierten Protagonisten der Debatte einlädt, passieren in der Regel zwei Dinge: Entweder es kommen Absagen aus unterschiedlichsten Gründen. Noch beliebter: Es kommt überhaupt keine Antwort. Das verwundert ein wenig, wo sich viele Angefragten in der Regel kaum eine Diskussion entgehen lassen. (Vielleicht liegt das ja daran, dass wir per eMail einladen, was bei den Zielgruppen evtl das falsche Medium sein könnte?)
Bei der Diskussion rund um “Geld verdienen mit Blogs” suchen wir übrigens auch noch Kontroverse und würden ja gerne noch andere Standpunkte und Positionen einladen. Daher die Frage an Euch: Wen sollen wir noch einladen?
Andere Diskussionen, wie “Zukunft der Social Networks“, haben aber durchaus das Potential, kontroverse Diskussionen auszulösen. Das liegt auch an Euch: Beteiligt Euch während der re:publica mit eigenen Wortbeiträgen aus dem Publikum.
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Comments
Zur Qualitätsdebatte: Das ist schwierig. Die zahlreichen auf Kontroverse ausgelegten Panels der Vergangenheit sind ja in der Regel schiefgegangen. Wenn man das anders machen möchte, dürfen es vor allem nur sehr wenige Gäste auf dem Podium sein - wenn Ihr mich fragt, sogar nur zwei -, und es muss ein extrem konzentrierter Moderator das Thema führen und auf beiden Seiten nachhaken, damit man überhaupt mal bei einem Aspekt dieses Mammutthemas bleibt (ohne andererseits jede Stelle zu verpassen, an der es spannend wird, um seinen Moderatorenplan einzuhalten). Sonst hüpfen wir wieder von “Aber am Bahnhofskiosk ist es doch genauso schlimm” über “Alle anonym” über diverse Missverständnisse (Foren und Blogs, alles dasselbe) zum Presserat und zurück.
Bei “Geld verdienen mit Blogs” muss vielleicht mal gar nicht die Kontroverse sein, denn auch das verführt schnell zu unvereinbaren Grundsatzdebatten. Da würde ich mir eher weitere Vertreter kommerziellen Bloggens wünschen. Am liebsten Germanblogs (da könnte es dann auch kontrovers werden im Sinne von “Wie macht man es eigentlich _nicht_?”). Oder Scienceblogs, SciLogs, off the record (wegen http://www.off-the-record.de/2008/01/23/vermarktung-des-blogs/), Turi (ach nee, das ist ja ein Branchendienst;), Blogwerk (Eigenerwähnungs-Disclosure), Medienrauschen, Deutsche Startups …
Danke für die Vorschläge. Wie ich schon schrieb, geht es uns mehr um die Kontroverse. Wir haben eine Menge interessante Angebote für Panel-Teilnehmer. Aber die gewünschet Kontroverse kommt leider nicht auf, wenn alle über die eigenen Erfahrungen berichten, wie man mit dem eigenen Blog Geld verdienen kann.
Florian, das mit dem 1:1 haben wir tatsächlich schon länger überlegt und es war ursprünglich auch so angedacht. Aber das wird auch nichts, wenn die angefragten Counterparts absagen, bzw. gar nicht reagieren.
Gute Vorschläge. “Das eigene Blog als quasi-Portfolio bzw. Bewerbung/ Werbung” – ich schätze, da kann Robert eine Menge zu sagen und mir fällt dazu auch ein bisschen was ein. Trotzdem gerne mehr Gäste, na klar.
Ich könnte eventuell etwas über die Probleme erzählen, die ich mit der sogenannten “Professionalisierung” des Bloggens habe. Das wäre aber sicher nicht wirklich kontrovers. Eher so strukturelle Überlegungen über das Faszinosum Bloggen, und was passiert wenn das Bloggen über die Amateurkultur hinausgeht, die es meines Erachtens ausmacht. Also nicht wirklich eine Gegenposition, mehr ein argwöhnisches Beobachten und Warnen.
Aber falls mir einer meine Meinung teilt, hau ich ihn um…
mspro, das klingt jetzt aber schon ein bisschen zu philosophisch für dieses Panel. Vielleicht könnte man aus dem Punkt eher eine Diskussion in der Lounge machen?
@Markus: Ich habe meine Vorschläge gemacht, weil Du danach gefragt hattest. Die Diskussion “Geld verdienen mit Blogs” ist meines Erachtens die einzige auf der rep08, die das Thema Business Blogging und Corporate Blogging überhaupt anschneidet. Natürlich sind beide Themen in Deutschland wenig entwickelt. Wenn man sie aber völlig ausblendet, bekommt man auch eine kontroverse Diskussion (wie von Dir erhofft).
Karl-Heinz Wenzlaff Ja. Vielleicht sollten wir eher die Kontroverse “Mit Blogs Geld verdienen” vs. “Sich mit Blogs dumm und dämlich verdienen” anpeilen.
@Johnny: Entscheide Dich, ob Du bei der Diskussion “Geld…” als Moderator oder als Panelist auf dem Podium sitzt.
Wenn es eine kontroverse Diskussion um Adsense, Linkverkäufe, Affiliates und andere Formen der Blogvermarktung werden soll, dann kannst Du Dich ja kaum selbst interviewen, also holt Euch einen Moderator aus der Szene, der die drei (oder mehr) Panelisten richtig ausquetscht.
Wenn Du aber moderieren willst und es eher um Businessblogs gehen soll, dann hole Dir mehr Gäste ins Panel, die wie Robert mit Blogs Geld verdienen oder zumindest ihr Standardgeschäft richtig vorangebracht haben. Das ist für das Publikum spannender und kann auch beliebig kontrovers gestaltet werden, wenn Du die richtigen Fragen stellst.
Zum »Geld verdienen« könnte ich ganz gut eine Gegenposition einnehmen (wie schon letztes Jahr ex-post). Die Frage ist, ob euch das nu wieder auch zu weit geht. Den Eindruck hab ich nämlich, weil Vorschläge in diese Richtung bislang auf keine Gegenliebe stießen. Also?
Vielleicht solten wir erstmal die genaue Richtung des Panels festlegen? Wenn wir die Meta-Diskussion führen wollen, könnten wir auch diskutieren, ob Geld verdienen mit Musik okay ist oder nicht. Ich fürchte, da kommen wir auf keinen grünen Zweig.
@Stefan Meretz: Dein Text eignet sich eher als Vortrag, denke ich. Und den können wir dann gerne kontrovers diskutieren.
Wie Johnny schon geschrieben hat, geht es uns in der Diskussion weniger um die Frage, ob man mit Blogs überhaupt Geld verdienen darf oder nicht, sondern eher um die Erfahrungen damit. Das interessiert viele und da wir viele verschiedene Aspekte von Blogs und Sozialen Medien auf der re:publica behandeln wollen, gibt es einen von ca. 100 Programmpunkten* eben zu diesem Thema.
Und hier wollen wir mehr Kontroverse. Was sind die Grenzen? Was geht nicht und wovon wird abgeraten? Darf man für Geld bloggen und wie kommt das an? Wo macht man sich zum Statisten für PR-Kampagnen? Wen laden wir für solche Fragestellungen ein? Lässt man sich für einen Hungerlohn ausbeuten oder gibt es andere Währungen als Geld? Was sind weitere mögliche kontroverse Punkte und mögliche Protagonisten?
* Das nur deswegen, bevor wieder jemand einen Schuh draus machen will, dass die ganze re:publica sich vor allem um diese Frage dreht…
@Johnny: Die Referenz war nicht als »der Text« gedacht, nur als Erinnerung an letztes Jahr, das da schon eine Kontroverse sein kann. Vortrag? Gerne, nur das Programm ist ja dicht (schrieb mir Markus vor einiger Zeit).
@Markus: Also, jetzt überlegt mal ganz in Ruhe, was ihr eigentlich wollt: »Darf man mit Blogs überhaupt Geld verdienen?« lautet der erste Satz der Panelankündigung. Das ist zwar nach meinem Geschmack etwas moralisch formuliert, aber wenn du (ihr) das jetzt zurücknehmt, dann wird das eine Laberveranstaltung ohne Kontroverse. Warum kneift ihr?
Stefan, wie die letzten Jahre in den Blogs gezeigt haben, kann man diese Frage nicht abschliessend in einer Stunde klären zusammen mit der anderen, welche Erfahrungen damit gesammelt wurden und werden. Wir haben uns daher aufgrund vieler Nachfragen über eine solche Panel und begrenzten Zeitressourcen in der Diskussion entschlossen, uns auf den zweiten Punkt zu konzentrieren.
Hm. Sowohl
“(…) die gewünschet Kontroverse kommt leider nicht auf, wenn alle über die eigenen Erfahrungen berichten, wie man mit dem eigenen Blog Geld verdienen kann.”
als auch
“Wie Johnny schon geschrieben hat, geht es uns in der Diskussion weniger um die Frage, ob man mit Blogs überhaupt Geld verdienen darf oder nicht, sondern eher um die Erfahrungen damit.”
? Also kontroverse Standpunkte gegenüber den Erfahrungen? Wenn ich das richtig verstehe, soll es also einfach nicht grundsätzlich werden, sondern konkret bleiben. Adical ist gut/schlecht, weil … / Paid Posts sind okay/tabu, weil … / Daß Basic seine Banner vom Leser vermarkten lässt, ist cool/das Ende des Abendlandes, weil … - so in etwa?
[...] die Veranstaltung »Geld verdienen mit Blogs«. Na prima, mach ich doch gern, also als Kommentar mich angeboten mit Verweis aufs letzte Jahr. — Aber soo war das dann nun doch nicht gemeint. Johnny: »Wenn [...]
Im Zusammenhang mit “Geld verdienen mit Blogs” könnte man z.B. über Missbrauchspraktiken sprechen. Obwohl, erstens, das ist den Veranstaltern vermutlich zu kontrovers und, zweitens, gibt es das doch garnicht, oder?
(Oder doch?)
Will man kontrovers über das Thema diskutieren, könnte man darüber sprechen, was okay ist - und was nicht. Was schafft neben dem Gelderwerb vielleicht noch einen Nutzen für die Gesellschaft - und was schadet?
Na, gut. Ich will euch nicht weiter stören, denn mein Gefühl sagt mir, dass Ihr über solche Themen eher garnicht sprechen wollt.
Dennoch will ich euch, auch unter Rücksicht auf eurer Bedürftnis, die “falschen” Kontroversen von euch fort zu halten, einen Vorschlag machen: Macht doch einfach mehrere Veranstaltungen. Das Thema gibt allemal genug her - die Hütte wäre voll.
Eine “kontroverse” Veranstaltung, genau, wie ihr sie euch denkt - zurechtgestutzt auf die Themen, die ihr noch ertragen könnt. Und dann eine richtig kontroverse Veranstaltung.
Na? Interessiert?
Sagt mal, kann es sein, dass Ihr hier eine ziemlich heftige Zensur betreibt? Warum ist mein Posting rausgeflogen??
Hier ist ein Spamfilter eingeschaltet un der hat Dein Posting erstmal als solches deklariert und auf eine Freigabe gewartet. Diese erfolgt nicht unbedingt in der Nacht von Sonntag auf Montag.
[...] einer Meinung sein. (Einer der wenigen Kritikpunkte aus dem letzten Jahr war ja, dass eigentlich zu wenige kontroverse Meinungen vertreten werden und alle nur kuscheln [...]
Boah - hier steppt der Bär, hier tobt die Kontroverse. Man merkt sofort, dass die Macher von re:publica total viel Wert auf Kontroverse legen. Hey, und auch total gerne auf Fragen und Vorschläge antworten.
[...] Grundsatzdebatte wolle man nicht führen, schrieb Johnny Häusler im re:publica-Blog, aber nur Erfahrungsberichte sollen es auch nicht sein, meinte Markus Beckedahl an derselben [...]
Beim Panel “Geld verdienen mit Blogs” kommt der letzte Aspekt “das eigene Blog als Aushängeschild nutzen, um auf die eigenen Fähigkeiten und Dienstleistungen hinzuweisen” zu kurz. Wen einladen? Matthias Schwenk (bwlzweinull.de), Vladimir Simovic (perun.net), Sebastian Voss (sebastianvoss.typepad.com)… wie viele braucht ihr?
Gruß, Karl-Heinz
http://www.blogtrainer.de